Nordkorea – 3 Tricks für visumfreie Impressionen
Asien Nordkorea Kurioses

Nordkorea – 3 Tricks für visumfreie Impressionen

Bewertung

1 Bewertungen.

  • Sehr Gut
    1
  • Gut
    0
  • Mittel
    0
  • Schlecht
    0
  • 0
Ein Wort vorab zu Nordkorea

Sich für Nordkorea ein Visum zu besorgen ist erstens sehr aufwändig, zweitens recht teuer und drittens auf eine bestimmte Art und Weise auch unmoralisch. Es muss wohl davon ausgegangen werden, dass jeder Cent, den man für Visum bzw. das Reisen vor Ort in Nordkorea ausgibt, direkt oder indirekt immer dem Machterhalt des dortigen Regimes förderlich ist. Dessen gravierende Menschenrechtsverletzungen sind so bekannt wie offenkundig. Nun ist es so eine Sache, wo man anfängt und wo man aufhört mit der Unterstützung, die man als Tourist und Konsument zwangsläufig in seinem Windschatten so mit sich zieht. Wenn man lange genug bohrt, ließen sich bestimmt auch gute Gründe finden, nicht nach Schweden oder Island zu fahren und dort Geld auszugeben. Wo diese Grenze liegt, mag jeder für sich selbst bestimmen. Unseres Erachtens jedenfalls liegt Nordkorea JENSEITS dieser roten Linie …

Dabao & Xiaobao-Tour-Plakat
Dabao & Xiaobao-Tour-Plakat

 

Konzert in der Grenzstadt zu Nordkorea

Auf einer unserer zahlreichen China-Tourneen als „Dabao & Xiaobao“ kommen wir eines Tages für ein Konzert auch nach Dandong in der Provinz Liaoning im Nordosten Chinas. Die 2.5 Mio. Einwohner-Stadt erstreckt sich direkt am Mündungsgebiet des Yalu ins Gelbe Meer. Interessant macht den rund 800 km langen Yalu vor allem seine Eigenschaft als Grenzfluss zwischen Nordkorea und China. Direkt gegenüber Dandong liegt auf nordkoreanischer Seite das wesentlich kleinere Sinŭiju. Wir besitzen zwar kein Visum für Nordkorea, trotzdem wollen wir aber soviele Eindrücke wie möglich von diesem kleinen Fenster zum Stalinismus mitnehmen. Dazu bedienen wir uns dreier Möglichkeiten …

 

  • 1. Möglichkeit – Blick von den Hochhäusern

Unser zuvorkommender Gastgeber und Konzertveranstalter hat uns netterweise im besten Hotel der Stadt untergebracht. Es liegt natürlich in vorderster Linie direkt am Fluss. Und nicht nur das Hotel, sondern auch die Zimmer hat er vorzüglich gewählt. So haben wir die besten Suiten im obersten Stock, vollverglast mit Blick auf den Yalu und Nordkorea. Von dort aus lässt sich wunderbar das Treiben diesseits und jenseits der Grenze beobachten. Tagsüber augenscheinlich ist zunächst die unterschiedliche Entwicklungsphase der beiden Städte. Während wir im 26. Stock von einem der zahlreichen Wolkenkratzer auf chinesischer Seite sitzen, scheint auf der anderen Flussseite kein Gebäude mehr als zwei oder maximal drei Etagen zu haben. Ganz krass aber wird es nachts. Während China blinkt und glitzert wie Las Vegas, sieht man in Sinŭiju nur drei Lichter. DREI! D-R-E-I – in einer Stadt so groß wie Bochum!!!

Hotelzimmer-Blick auf den Yalu
Hotelzimmer-Blick auf den Yalu

 

  • 2. Möglichkeit – die Brücken

Den nächsten Vormittag haben wir frei, da der Soundcheck erst nachtmittags stattfindet. Neugierig wollen wir uns Nordkorea annähern, diesmal über die Brücken. Deren Anzahl: 1,5! Da wäre zunächst die chinesisch-koreanische Freundschaftsbrücke, die für Fussgänger leider verboten ist. Zu sehen sind allerdings zahlreiche Lastwagen (vor allem Richtung Nordkorea) und hin und wieder auch mal ein Zug. Noch interessanter und für uns gegen einen Obolus auch zugänglich ist die direkt daneben liegende alte Yalubrücke. Auf nordkoreanischer Seite wurde sie abgerissen, jedoch von chinesischer Seite her als Denkmal erhalten. Somit endet sie folglich als quasi touristischer Brückenkopf in der Flussmitte.

Ende der alten Yalu-Brücke
Ende der alten Yalu-Brücke

 

  • 3. Möglichkeit: Bootsfahrt auf dem Grenzfluss Yalu

Bei unseren Erkundungen entdecken wir an der Uferpromenade auch einen Anbieter für Boots-Touren. Hinter vorgehaltener Hand wird uns erklärt, dass dies die einzige halblegale Möglichkeit ist ohne Visum real auf nordkoreanisches Staatsgebiet zu kommen. Dieses beginnt exakt in der Flussmitte, wird aber auf unserer Flusskreuzfahrt deutlich überschritten. Bereits auf nordkoreanischem Territorium schippernd gelangen wir also bis auf wenige Meter ans Ufer der Stadt Sinŭiju. Den Unterschied zeigen vielleicht am besten die beiden folgenden Bilder:

Chinesisches Ufer des Yalu
Chinesisches Ufer des Yalu

 

Nordkoreanisches Ufer des Yalu
Nordkoreanisches Ufer des Yalu

alwaysontour

Wir sind Stephan & Marcel, zwei Allgäuer mit zwei Leidenschaften - Reisen und Musik! Über 100 bereiste Länder - über 1000 Konzerte weltweit!

Zuletzt gesehen ...

Komodowaran auf der Insel Komodo, Indonesien

Komodo – die letzten Riesendrachen

Kalksteinfelsen vor der Insel Gam Papua

Papua – Jayapura und die Inseln Gam und Arguni

Kaohsiung

Kaohsiung – Besuch im „anderen“ China

Die Fassade des "Schatzhauses" in Petra.

Petra – Jordaniens faszinierende Felsenstadt

Al-Ain-Panorama

Al Ain – Polizeiwache statt Bühnenluft

LEAVE A COMMENT