Hiroshima – Inferno-Tourismus heute
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Hiroshima – Inferno-Tourismus heute

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Hiroshima als „Kreuzfahrt-Stopp“

Mit dem ZDF-Traumschiff MS Amadea sind wir auf einer Kreuzfahrt rund um Japan für Show-Konzerte an Bord engagiert. Neben interessanten, aber rein touristisch-ästhetischen Stopps wie Yokohama, Nagoya, Osaka, Kanazawa machen wir auch einen Halt in Hiroshima. Es fällt einem schwer angesichts der Geschichte, das richtige Adjektiv für diese japanische Hafenstadt zu finden. Wer hat nicht schon einmal von ihrem unglückseligen Schicksal gehört? Zunächst die Fakten:

Hiroshima liegt im Delta des Ota-Flusses und ist heute größte Stadt des Distriktes Tschugoku. Sie ist wieder eine geschäftige Stadt mit breiten Straßen und schönen, grünen Parkanlagen. Damalige Annahmen, das Gebiet um Hiroshima würde auf Jahrzehnte hinaus unbewohnbar bleiben, bestätigten sich glücklicherweise nicht. Bereits 1949 begann der Wiederaufbau. Anders als in Nagasaki, welches die amerikanische Atombombe gänzlich verdrängt zu haben scheint, wird man in Hiroshima doch immer wieder auf dieses geschichtsträchtige Ereignis stoßen. Verbunden jedoch weniger mit morbider Trauer, als mit Stolz auf die Bewältigung der Katastrophe – und mit der Hoffnung, dass sie sich niemals wiederholen möge.

 

Der Schicksalstag

Am 6. August 1945 um 08.15 h explodiert die erste gegen Menschen eingesetzte Atombombe in 600 Metern Höhe genau über dem Zentrum Hiroshimas. Das Inferno bricht über die bis dahin vom Bombenhagel verschont gebliebene Stadt herein. Tödlich sind dabei dreierlei Dinge: die enorme Druckwelle, die Hitzeentwicklung von ca. 30.000 ° C und die radioaktive Strahlung. Rund 200.000 Menschen finden entweder sofort oder auch erst Jahre später z. B. durch Leukämie den Tod. Das grausame Ereignis läutet das Ende des zweiten Weltkriegs nun auch im Pazifik ein.

 

Hiroshima damals
Hiroshima damals

 

Das vielleicht eindrucksvollste Zeugnis der Zerstörung ist heute der sogenannte Atombomben-Dom, die Ruine der damaligen Industrie- und Handelskammer, über welcher das Epizentrum der Explosion lag. Das Gebäude wurde als Mahnmal exakt so belassen wie es damals durch die Explosion durchlebte. 1996 wurde es in die Weltkulturerbe-Liste aufgenommen. (Man vergleiche die markante Kuppel im Beitragsbild heute mit dem schwarz-weiß Foto von damals.) Im Friedenspark daneben befindet sich das Friedensgedenk-Museum. Hier sind Dokumente und Überreste der Katastrophe ausgestellt. Zeitzeugen-Videos und Schautafeln in Englisch machen einem die damalige Apokalypse besser begreifbar und erschüttern damit zutiefst. Sehr harter Tobak, aber ein absolutes Muss beim Besuch dieser Stadt.

 

Mahnung an die Welt

Im Friedenspark befinden sich außerdem mehrere Gedenkstätten, darunter das Kinder-Friedensdenkmal, auch bekannt als „Turm der 1000 Kraniche“. Es erinnert an das Mädchen Sasaki Sadako, das sich vornahm, 1000 Kraniche zu falten, bevor sie ihre Leukämie töten sollte. Tragischerweise starb Sasaki jedoch kurz zuvor. Der Kranich ist in Japan ein Symbol für Glück und langes Leben. Seither werden im ganzen Land Kraniche gebastelt und hierher gebracht.
Das koreanische A-Bomben-Denkmal erinnert an die Zwangsarbeiter, die man nach Japan deportiert hatte und die durch die Atombombe starben. Die Friedensflamme davor soll so lange brennen, bis die letzte Atomwaffe auf der Erde beseitigt worden ist. Ein frommer, aber leider noch ferner Wunsch. 2016 besuchte immerhin Barack Obama Hiroshima, als erster US-Präsident überhaupt.

 

Mahnmal in Hiroshima
Mahnmal in Hiroshima

 

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